Raumstation MIRSputnik-1

Raumstation MIR (dt. Frieden)

Auf den Hitzeschieldern der Module Kwant-1, Kwant-2,
Kristall, Spektr und Priroda waren 600MHz Kamm-
Antennen für das BITS (Bord-Informations-Telemetrie-

System) mongtiert.

Der Basisblock welches das erste Modul der russischen Raumstation MIR war, wurde am 19.Februar 1986 um 22:29 Uhr MEZ vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet. In den weiteren 10 Jahren folgten dann die Module Kwant-1, Kwant-2, Kristall, Spektr, das amerikanische Kopplungsmodul und zuletzt Priroda. Insgesamt arbeiteten und lebten in 15 bemannten Jahren 28 Stammbesatzungen und mit 8 Space Shuttle Besuche, 104 Kosmonauten und Astronaten aus elf Nationen auf der Raumstation MIR. Am 23.März 2001 wurde sie nach eimer Flugzeit von 5510 Flugtagen, 8 Stunden, 28 Minuten und 3.702.958.000 zurückgelegten Kilometern, in der 86331.Erdumrundung um 06:57 Uhr MEZ mit einen Wiedereintrittsmanöver in den Pazifischen Ozean kontrolliert versenkt.
Die MIR machte sechs Überflüge pro Tag über Deutschland. Von diesen wiederum waren im Gegesatz zur ISS, in den ersten fünf Überflügen Kommunikation zum russischen Flugleitzentrum ZUP (Zentr Uprawlenija Poletami, dt. Zentrum für die Leitung von Flügen) in Koroljow 25km nordöstlich vom Stadtzentrum Moskau möglich. Im Juli 1996 wurde die Stadt Kaliningrad bei Moskau mit 161.200 Einwohnern in Koroljow nach dem russischen Konstrukteur von Trägerraketen und Raumflugkörpern Sergej Pawlowitsch Koroljow umbenannt. Die Überflüge eins bis drei übernahmen die Bahnverfolgungstationen Schtscholkowo (55.55°N, 37.59°O) die 7,5km östlich vom Flugleitzentrum ZUP in Koroljow liegt und Krasnoje Selo (59.40°N, 29.50°O) welche sich 45km südwestlich von Sankt Petersburg befindet. Die Überflüge vier und fünf verflogte Jewpatorija (45.12°N, 33.22°O) welche an der Westküste der Halbinsel Krim in der Ukraine liegt. In den Flügen der deutschen ESA-Astronauten in den Missionen MIR'92, EUROMIR94, EUROMIR95 und MIR'97 übernahm das GSOC (German Space Operations Center) in Oberpfaffenhofen (48.05°N, 11.16°O) 23km westlich von München zusätzlich die Aufgabe als Bahnverfolgungsstation. Oberpfaffenhofen bestannt aus vier 12 Element VHF Yagis für den Duplex-Betrieb zwischen MIR und Oberpfaffenhofen was über den Eutelsat-II-F4 nach ZUP überspielt wurde und zwei 18 Element UHF Yagis der "Ham Radio Group DF0VR" für Experimente oder private Kontakte über die SAFEX II Station an Bord von Priroda. Die gesammte Antennenanlage wurde mit einen Rotor von Egis gesteuert.
Kommunikation war von den MIR-Besatzungen in der nomalen Arbeitszeit von 6-21 Uhr ME(S)Z (8-23 Uhr Moskauer Zeit MSK bzw. MSD) immer zuerwarten, da die VHF-Kommunikation auch zugleich die Hauptkommunikation der Raumstation MIR war. Wenn einmal keine VHF-Kommunikation aktiv war, konnte man davon aus gehen, daß man die zweite Möglichkeit über das Lira-System mit einer analogen Übertragung im  Ku-Band nutzte. Hierfür war am MIR-Basisblock eine bewegliche Parabolantenne mit 1,20m Durchmesser mongtiert. Mit dem Lira-System konnte eine 2-Wege-Kommunikation mit einen Videokanal und vier Phonie und FAX Kanälen, über das Al'tair bzw. SDRN (Satellite Data Relay Network) durchgeführt werden. SDRN bestand aus bis zu drei geostationären Satelliten die eine Funktionsdauer von ca.5 Jahren hatten. Die MIR kommunizierte mit dem Lira-System auf 15.155 GHz zum Satelliten und auf 13.528 GHz der Satellit zur MIR. Der Satellit für Europa und zugleich letzte aktive des Systems war Luch-0 auf 16° West. Die Video-Übertragungen aus der Umlaufbahn in SECAM auf 10.835 GHz von Luch-0, konnte man ohne Probleme mit einer ab 1,20m Parabolantenne und einen analogen Satellitenreseiver über 16° West in Europa empfangen. Um auch zu wissen was in der Welt geschied, hatten die MIR-Besatzungen über das UHF Klest-M TV-System regelmäßig meistens im letzten möglichen Überflug einer russischen Bahnverfolgungsstation, russische TV-Nachrichten zugespielt bekommen. Hierbei war auch meistens der VHF-Downlink weiter aktiv und man konnte so den TV-Ton im Hintergrund von den TV-Nachrichten hören. In der Zeit des unbemannten Fluges der MIR war regelmäßig das BR9ZU Telemetrie-System in der PCM-FM Modulation auf 166 MHz aktiv, wo der aktuelle Zustand der Systeme der Raumstation kontrolliert wurde.
In so mancher klaren Sommernacht habe ich bis zu fünf sichtbare Überflüge der MIR am Nachthimmel beobachten können. Das letzte Mal habe ich sie am Freitag den 09.März 2001 von 18:31-18:39 Uhr MEZ mit einer maximalen Elevation von 30° von meinen Wohnort Dresden beobachtet und mich natürlich von Ihr verabschiedet. Bei diesem Überflug hatte die MIR nur noch eine Flughöhe von 250km. Einen sehr interessanten sichtbaren Überflug hatte ich ein paar Tage davor am 05.März 2001 beobachten können. Hier gab es in der hohen Elevation zwei sehr helle Flares in einen kurzen Abstand, was ich bis dahin noch nie bei der MIR beobachtet hatte. Ulrich Beinert von www.analemma.de konnte sogar von diesen Überflug noch ein Foto schießen.
Ab 1996 habe ich regelmäßig wenn es meine Zeit zugelassen hat, die Kommunikation von der MIR verfolgt. In diesen Zeitraum habe für zwei Jahre ein Logbuch von 08/96-04/98 geführt, da ich noch keinen Computer für die Berechnung der Überflüge besaß und ich mir mit der Hilfe der älteren gehörten Überflugzeiten mir die Überflüge selber berechnen mußte.

Objekt

Objekt Nr.

Frequenz

Bezeichnung

Doppler-Effekt /
Modulation

MIR (SM)

16609

121,750 MHz

Notfrequenz (Backup aus Sojus TM) ±3kHz / FM
   

130,164 MHz

VHF-2
Sprechfunk und Packet-Radio
zu ZUP, zu Sojus und dem Space Shuttle
Der Uplink ist auf 121,750MHz.
TORU Steuerung für Progress
±3kHz / FM
   

143,618 MHz

Übertragung des Sprechfunks der
Kosmonauten im Orlan-Raumanzug während
Außenbordaktivitäten zu ZUP
±3kHz / FM

 

 

143,622 MHz

VHF-1
Sprechfunk und Packet-Radio
zu ZUP und dem Space Shuttle
Der Uplink ist auf 139,208MHz.
±3kHz / FM
   

145,800 MHz

Amateurfunk-Frequenz  für QSO's und
Packet-Radio 1200bps AFSK AX.25 für PMS
via Digipeater R0MIR.
±3kHz / FM
   

145,940 MHz

Amateurfunk-Frequenz für private Komm.
der Kosmonauten zu ihren Familien.
±3kHz / FM
   

145,985 MHz

Amateurfunk-Frequenz für QSO's, Packet-Radio
1200bps AFSK AX.25 für PMS via Digipeater
R0MIR und SSTV in Robot 36.
±3kHz / FM
   

166,000 MHz

BR9ZU8 Telemetrie-System in PCM-FM
Die beiden Signalspitzen der PCM Übertragung
lagen bei etwa 165,879 MHz und 166,135 MHz
±3kHz / PCM-FM
   

463,000 MHz

UHF Klest-M TV-System  
   

628,000 MHz

BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System)
in 256kbps PCM-FM
±15kHz / PCM-FM
   

630,000 MHz

BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System)
in 256kbps PCM-FM
±15kHz / PCM-FM
   

636,000 MHz

BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System)
in 256kbps PCM-FM
±15kHz / PCM-FM
   

638,000 MHz

BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System)
in 256kbps PCM-FM
±15kHz / PCM-FM
   

644,000 MHz

BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System)
in 256kbps PCM-FM
±15kHz / PCM-FM

Kwant-1

17845

922,760 MHz

Kwant Kommando-System
Downlink 914,8-930,8 MHz
Wurde für die Steuerung der unbemannten
MIR verwendet.
±22kHz / FM

Spektr

23579

634,000 MHz

BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System)
in 256kbps PCM-FM
±15kHz / PCM-FM

Priroda

23848

437,925 MHz

Amateurfunk SAFEX II QSO Mode ±10kHz / FM
   

437,950 MHz

Amateurfunk SAFEX II Repeater Mode ±10kHz / FM
   

437,975 MHz

Amateurfunk SAFEX II Packet-Radio Mode
9600bps FSK AX.25
±10kHz / FM

Mitschnitte vom Funk der MIR in den letzten drei Tage der MIR Crew-27:

MIR Crew-27 4934.Flugtag 77227.Erdumrundund (25.08.1999 07:03-07:13MESZ max.Elv.84°) von 07:03MESZ auf 130,164MHz
MIR Crew-27 4934.Flugtag 77228.Erdumrundund (25.08.1999 08:39-08:49MESZ max.Elv.81°) von 08:38MESZ auf 130,164MHz
MIR Crew-27 4934.Flugtag 77229.Erdumrundung (25.08.1999 10:14-10:24MESZ max.Elv.39°) von 10:15MESZ auf 143,622MHz
Der französische ESA-Astronaut Jean Pierre Haignere spricht mit der Bodenstation.
MIR Crew-27 4935.Flugtag 77243.Erdumrundung (26.08.1999 07:31-07:41MESZ max.Elv.77°) von 07:33MESZ auf 143,622MHz
Mit dem früher oft gehörten Packet-Radio während der Unterhaltung.
MIR Crew-27 4935.Flugtag 77244.Erdumrundung (26.08.1999 09:06-09:16MESZ max.Elv.70°) von 09:08MESZ auf 143,622MHz
MIR Crew-27 4936.Flugtag 77260.Erdumrundung (27.08.1999 09:33-09:43MESZ max.Elv.35°) von 09:33MESZ auf 145,985MHz
Letzte empfangene Überflug der MIR Crew-27 von Deutschland aus. Der französiche ESA-Astronaut Jean Pierre Haignere machte nur noch Amateurfunk mit dem SSTV-Abschiedsbild.

72.EVA und letzte von der MIR mit der MIR Crew-28 5195.Flugtag 81357.Erdumrundung (12.05.2000 19:42-19:52MESZ max.Elv.79°) auf 143,618MHz EVA-Frequenz
Die Kosmonauten waren mit der EVA fertig und befanden sich innerhalb der Luftschleuse. Alexander Kaleri emfing den Funkkontakt zu ZUP über die deutsche Bahnverfolgungsstation des DLR's (GSOC) in Oberpfaffenhofen 23km westlich von München. Auf englisch teilte er Grüße zu den Bedienern von GSOC mit und drückte seine Dankbarkeit für die Unterstützung der Weiterleitung der Kommunikation aus, da man von der russischen Seite her Probleme mit der Kommunikation hatte.

Während des bemannten Fluges der Raumstation MIR konnte man regelmäßig über Deutschland Packet-Radio auf der VHF-1 (143,622 MHz) oder auch auf der VHF-2 (130,167 MHz) empfangen. Dieses System diente für die Stammbesatzung auf der MIR, wo so technische Informationen und Arbeitspläne für die Stammbesatzung übertragen wurden. Es stammte ursprünglich aus dem Amateurfunk und wurde dann später für die dienstliche Kommunikation übernommen. Dieses System gab es auch auf der ISS, wo es auch in der Zeit der ersten Stammbesatzungen zum Einsatz kam. Nach dem Ausbau der Kommunikationsmöglichkeiten auf der ISS, werden heutzutage all diese Daten über das amerikanische TDRS-System übertragen.

Packet-Radio 1200bps für technische Informationen und Arbeitspläne der MIR-Stammbesatzung 4658.Flugtag 72895.Erdumrundung am 22.11.1998 von 22:28-22:38MEZ max.Elv.85° auf 143,625MHz

Reinhold Ewald in der Raumstation MIR empfangen zwischen den 18.-26.02.1997 auf 143,622MHz

Communications and Tracking Subsystem
Radio Systems of Soviet/Russian manned Spacecraft MIR

Amateurfunk von der MIR


Von der abfliegenden Sojus TM-8 am 19.02.1990
fotografiert.

Mit dem Start von Progress-38 am 09.September 1988, wurde das erste Afu-Equipment bestehend aus einen 2-m-Band Yaesu FT290R Transceiver und einer 2-m-Band GP-Antenne zur Raumstation MIR gebracht. Darauf hin installierten die Kosmonauten Wladimir Titow und Mussa Manarow am 20.Oktober 1988 in der 6.MIR-EVA die 2-m-Band GP-Antenne am MIR-Basisblock. Zu dieser Zeit hatte die Raumstation MIR die Form eines Stiefels und bestand nur aus den MIR-Basisblock und den Modulen Kwant-1 und Kwant-2 (Kwant bzw. Quant = kleinste physikaliche Einheit). Die Afu-Station arbeitete auf den Frequenzen 145,550 MHz und 145,400 MHz. Im Rahmen des 9-Tage-Fluges der britischen Astronautin Helen Sharman im Mai 1991, wurde eine eigene Afu-Ausrüstung mit dem Versorgungsflug der Progress M-6 im Januar 1991 zur MIR gebracht. Sie bestand aus dem 2-m-Band Transceiver Icom IC-228A/H, einen PacComm 1k2 AFSK TNC und einen IBM-kompatiblen Laptop. Mit dieser Afu-Ausrüstung hielt sie als GB1MIR auf der 145,550 MHz mehrere Afu-Schulkontakte für das "The Earth from Space" Schulprojekt. Am 21.Mai 1991 mitten in einem QSO mit Schülern wurde das Gespräch durch das Absinken der Bordspannung unterbrochen, da die Sonnenflügel nicht optimal zur Sonne ausgerichtet waren. Ende Januar 1991 begann der erste Packet-Radio-Betrieb unter dem Rufzeichen "U2MIR" von der Raumstation MIR, mit der Afu-Ausrüstung von der britischen Astronautin Helen Sharman. Anfangs war der Packet-Radio-Betrieb nur zunächst zeitweise auf der 144,625 MHz oder 144,675 MHz aktiv. Später aber legte man sich für die 145,550 MHz fest. Im Oktober 1991 brachte der österreichische Astronaut Franz Viehböck, OE0MIR für sein Amateurfunk-Projekt "AREM" (Amateur Radio Experiments on MIR) einen Alinco DJ-120 Transceiver mit zur MIR, mit diesem er einige QSO's und Schulkontakte auf der Frequenz 145,975 MHz durchgeführt hatte. Noch an Bord der MIR hatte er 25 ausgefüllte QSL-Karten und 10 Urkunden der beteiligten Schulen, mit dem begehrten MIR-Bordstempel abgestempelt. Der erste deutsche DLR-Astronaut Klaus-Dietrich Flade, DL1MIR, brachte im März 1992 einen digitalen Sprachspeicher mit zur Raumstation MIR. In der 40.MIR-EVA am 13.September 1994 wurde die alte 2-m-Band GP-Antenne durch eine neue "Larsen" Dual-Band für 2-m/70-cm-Band (ANT-GP/7700N) Antenne von den Kosmonauten Juri Malentschenko und Talgat Mussabajew ersetzt. Diese kam zusammen mit dem neuen Kenwood TM-733A Dual-Band Transceiver für das 2-m/70-cm-Band und dem PacComm "Spirit-2" 9k6 TNC an. Laut der IARU wurde jetzt die Downlinkfrequenz 145,800 MHz für den Amateurfunkbetrieb aus bemannten Raumfahrzeugen festgelegt und von der MIR auch genutzt. Am 26.Mai 1996 koppelte das neue und letzte Modul Priroda (dt. Natur) an die Raumstation MIR an. Priroda enthielt einen eingebauten 70-cm-Band Icom IC-4020 Transceiver für die SAFEX II (Space AmateurFunk EXperiment) Station mit dem Rufzeichen "RR0DL" und einen digitalen Sprachspeicher mit einer Speicherkapazität für bis zu 2 Minuten Länge. Für die SAFEX II Station gab es am Kopfende von Priroda drei in jeweils 90° versetzte 70-cm-Band Antennen. Am 21.Juli 1996 erfolgte der erste Test mit dem Einsatz des digitalen Sprachspeichers mit einer Message in russisch und englisch von Shannon Lucid. Im Juni 1997 war vor allem an den Wochenenden, mehrere Male nach 21 Uhr in der verdienten Ruhezeit der MIR-Besatzung, die 70-cm-Band SAFEX II Station im Repeater-Modus über Europa aktiv. Hierbei benutze man eine CTCSS-Kodierung für die Öffnung der Rauschsperre der SAFEX II Station, um eine mögliche anderwertige Nutzung der Frequenz im Uplink nicht mitzubekommen. Schon mit einer normalen Rundstrahlantenne war die SAFEX II Station sehr gut zu empfangen. Auf dem Repeater war der gleiche Ansturm wie man es auch schon von den Phonie-Transpondern der Amateurfunk-Satelliten kannte.


Andrew Thomas an der SAFEX II Station in Priroda.


Icom IC-4020 der SAFEX II Station.

Nach dem Manöverunfall am 25.Juni 1997 wo das Versorgungsraumschiff Progress M-34 mit dem Modul Spektr kollidiert war, wurde aus Energiegründen die 2-m-Band und die 70-cm-Band SAFEX II Station deaktiviert. Im Januar 1998 war die Wiederaufnahme und Aktivierung der 2-m-Band Afu-Station für Phonie und das Packet-Radio PMS (Personal Message System) "R0MIR", auf der Ausweichfrequenz 145,985 MHz. Die 70-cm-Band SAFEX II Station mit dem Repeater habe ich nach dem Manöverunfall bis auf eine Ausnahme am 11.November 1997 nie wieder gehört. Am 25.Oktober 1998 startete das Versorgungsraumschiff Progress M-40 mit dem SSTV-Equipment zur Raumstation MIR. Die Installation der SSTV-Station welche hauptsächlich aus einen Kenwood TM-V7A Dual-Band Transceiver für das 2-m/70-cm-Band, einen Stand-Alone-SSTV-Konverter "TSC-70" von der Firma Tasco Electronic und einen LCD-Bildschirm bestand, wurde im Dezember 1998 mit Hilfe eines 2-m-Band-Diplexers an einer der 70-cm-Band Antennen der SAFEX II Station am Priroda Modul angeschlossen. Dies war nötig geworden, da man in der 59.MIR-EVA am 3.November 1997 die "Larsen" Dual-Band Antenne am MIR-Basisblock unbrauchbar beschädigt hatte. Während der 60.MIR-EVA drei Tage später, wurde die "Larsen" Dual-Band Antenne vom MIR-Basisblock entfernt und im Sommer 1998 durch eine neue ersetzt, die aber lange Zeit für die Benutzung nicht freigegeben wurde. Die ersten SSTV-Bilder wurden am 12.Dezember 1998 über den USA von Funkamateuren empfangen. Am Samstag den 19.Dezember 1998 in dem 15Uhr Überflug habe ich mein erstes SSTV-Signal auf der 145,985 MHz empfangen können. Seit dem wurde an den Wochenenden in der feien Zeit der Kosmonauten gelegentlich die SSTV-Station an der Stelle von Packet-Radio über die Frequenz 145,985 MHz aktiviert. Hierbei nutzte man für die Übertragung der SSTV-Bilder das schnelle "Robot 36" Verfahren, wo man etwa pro Bild nur 36 Sekunden brauchte. Im Automatischen Modus der SSTV-Station wurde aller zwei Minuten ein Bild ausgesendet, so das man bis zu fünf Bilder pro Überflug empfangen konnte. Am 25.August 1999 hatte man die 2-m-Band Afu-Station für Packet-Radio PMS und SSTV wieder in den MIR-Basisblock verlegt und an die neue Dual-Band Antenne angeschlossen. Mit der letzten Stammbesatzung (MIR Crew-28) endete schließlich das Projekt Amateurfunk auf der Raumstation MIR.


vom 31.01.1999
Das Sojus TM-28 Raumschiff

am Bug des MIR-Basisblocks
aus dem Modul Priroda gefilmt.

vom 14.02.1999
Modul Spektr mit der "Miras"
Apparatur aus dem MIR-
Basisblock gefilmt.

vom 15.02.1999
Modul Spektr mit der "Miras"
Apparatur aus dem MIR-
Basisblock gefilmt.

vom 15.02.1999
Modul Spektr mit der "Miras"
Apparatur aus dem MIR-
Basisblock gefilmt.

Dekodiert hatte ich die SSTV-Bilder mit "W95SSTV". Damals war ich noch nicht so erfahren mit SSTV und hatte die Funktion mit dem Schräglauf noch nicht so raus.

SSTV from MIR Space Station

Ausschnitt aus einem QSO mit Thomas Reiter, DF4TR/DP0MIR und Schülern der Schulfunkstation DL0ETA des E.T.A. Hoffmann-Gymnasium Bamberg vom 28.11.1995 um 7:50MEZ auf 145,800MHz
Automatische Aussendung von Thomas Reiter, DF4TR/DP0MIR über die Afu-Anlage auf der russischen Raumstation MIR vom Dezember 1995 auf 145,800MHz

Der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter, DF4TR/DP0MIR, hatte zu den Weihnachtsfeiertagen und zu Neujahr 1995/96, Grüße an die Funkamateure in aller Welt aus der Raumstation MIR gesendet. Die Grußbotschaft wurde von Thomas Reiter in den von Thomas Kieselbach, DL2MDE, konstruierten und von Klaus-Dietrich Flade, DL1MIR in der MIR'92 Mission mitgebrachten Digitalen Sprachspeicher aufgenommen und anschließend in ständiger Wiederholung über die 2-m-Band Afu-Station von der Raumstation MIR auf 145,800 MHz ausgesendet.
Ausschnitt aus einem QSO mit Thomas Reiter, DF4TR/DP0MIR und Schülern der Schulfunkstation DL0RSW der Personn-Realschule Göttingen vom 24.01.96 auf 145,800MHz
Thomas Reiter, DF4TR/DP0MIR der sich 180 Tage an Bord der Raumstation MIR aufgehalten hatte, tätigte in dieser Zeit 25 Schulkontakte nach Deutschland, einen nach Frankreich und einen nach Großbritannien.
Afu QSO-Betrieb der MIR mit dem ESA-Astronauten Thomas Reiter (DF4TR/DP0MIR) der MIR Crew-20 und dem deutschen Funkamateur Christian Windhövel, DL2YFF vom Amateurfunk Klub DF0UK der Universität Karlsruhe 3649.Flugtag 57124.Erdumrundung (17.02.1996 20:40-20:50MEZ max.Elv.51°) auf 145,800MHz

Automatische Test-Aussendung von Shannon Lucid über die SAFEX II Anlage RR0DL auf der russischen Raumstation MIR vom 14.08.1996 auf 437,925MHz

Waleri Korsun am Amateurfunkgerät der Raumstation MIRWaleri Korsun war einer der Kosmonauten der sehr viel Amateurfunk an Bord der Raumstaion MIR betrieben hatte. Während seines Aufenthaltes vom 19.August 1996 bis 02.März 1997 als Mitglied der MIR Crew-22 Mannschaft, konnte man ihm regelmäßig Abends nach 21:00 Uhr auf der 145,800 MHz hören, wie er QSO's mit Funkamateuren getätigt hatte, wenn es abendliche Überflüge von der MIR über Europa gab.

Amateurfunk von der MIR im QSO-Betrieb von dem Kosmonauten Waleri Korsun der MIR Crew-22 und dem deutschen Funkamateur Klaus Burchardt, DL4YCC 4008.Flugtag 62726.Erdumrundung (10.02.1997 17:02-17:10MEZ max.Elv.10°) ab 17:06MEZ auf 145,800MHz
Auf der Homepage von Klaus Burchardt, DL4YCC kann man die QSL-Karte von dem QSO mit Waleri Korsun sehen und auch einen eigenen Mitschnitt hören.
2.Automatische Aussendung von Reinhold Ewald, DL2MIR über die SAFEX II Anlage RR0DL auf der russischen Raumstation MIR vom 13.02.1997 auf 437,925MHz
7.Automatische Aussendung von Reinhold Ewald, DL2MIR über die SAFEX II Anlage RR0DL auf der russischen Raumstation MIR vom 20.02.1997 auf 437,925MHz

unbekanntes Signal auf 146,435 MHz

Im November 1999 wurde ich durch den Scannerfreund Jochen Muetzel auf eine Frequenz aufmerksam gemacht, die ein sonderbares Datensignal hervor brachte. Es war die 146,435 MHz in der Modulationsart USB die wir beide empfangen haben, ob wohl wir doch aber mit etwa 600km von einander unsere Wohnorte haben. Wir dachten beide gleich an einen Satelliten, von den mir aber leider nichts bekannt ist. Das Datensignal von dem ich auch den Mitschnitt gemacht habe, konnte man jeden Abend etwa zwei Stunden hören, bis es doch recht schnell wieder mit einmal weg war. Meine Theorie ist, daß es vielleicht ein Satellit mit einer hohen elliptischen Umlaufbahn gewesen ist, den man so jeden Tag regelmäßig zur gleichen Zeit ein paar Stunden am Stück hören konnte. Leider habe ich mich damals nicht allzu lange mit der Sache beschäftigt.
Wie ich selber Nachforschungen im Netz betrieben hatte, konnte ich z.B. lesen, daß man die Frequenz in den USA für sogenannte Amateur-Helium-Ballons und auch für Hobby-Miniraketen nimmt. In beiden Fällen wird dann auf der 146,435 MHz Telemetrie ausgesendet. Ob es aber etwas mit der Sache zu tun hat die wir empfangen haben, kann ich leider nicht genau sagen.
Wenn es einen Leser gibt der mir näheres darüber Erklären kann, der möge sich doch bitte mal per E-Mail bei mir melden!

Ein kleiner Mitschnitt des Signals auf 146,435MHz USB

SO-35 (Sunsat)

SO-35 (Sunsat)Der SO-35 (Sunsat) hatte einen Phonie-Transponder der mit großer Leistung sendete hatte, und deswegen schon mit einen einfachen Handscanner mit Aufsteckantenne empfangbar war. Er wurde aber nur ein paar mal am Tag für wenige Minuten eingeschaltet, weil sein Energiehaushalt nicht mehr für das Senden zugelassen hatte. Wann dies ist immer war konnte man auf der Homepage von Sunsat erfahren. Unter anderen hatte er noch eine Sprachspeichereinheit "Parrot Repeater" (wird auch Papagei genannt), die auf 145,825 MHz arbeitete. Nach dem er einen einzelnen Ton sendet schaltete sich der SO-35 auf einen 10 Sekunden Empfang eingestellt, wo alles digitalisiert und gespeichert wurden ist. Danach wurden zwei Töne gesendet wo die empfangenen und gespeicherten 10 Sekunden ausgesendet wurden. Er  hatte aber einen Digital-Transponder für 1.200bps AFSK und 9.600bps FSK-Betrieb an Bord, der leider nie so richtig in Betrieb genommen wurde. Nur Telemetriebeacons können auf 436,248 MHz und 436,300 MHz aktiviert und eingesetzt werden. Für jeweils eine Sekunde wurde Telemetrie in FSK 9600bps gesendet, und danach 10 Sekunden Pause gemacht.

Zwei Berichte über den Ausfall von SO-35 aus verschiedenen Quellen.
SO-35 wurde am 23.Februar 1999 von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien an Bord einer Delta-2-Rakete gestartet, und war bei Funkamateuren mit bescheidener Ausrüstung, besonders wegen seines Phonie-Transponders, beliebt. Durch seine Bahngeometrie die durch den dänischen Satelliten Oersted beim Aussetzen bestimmt wurde, befand sich der Satellit über fünf Monate im vollen Sonnenlicht, was zu starker Erwärmung und zur Überladung der Nickel-Cadmium-Batterien führte. Es trat so ein nicht behebbarer und warscheinlicher physischer Fehler auf. Als Ursache für den Ausfall werden entweder mehrere Probleme in der Bordelektronik, oder eine mechanische Beschädigung etwa durch eine explodierte Batteriezelle, oder eine Kollision mit einem externen Objekt vermutet. Es ist deshalb unwarscheinlich das zu SUNSAT wieder ein Kontakt hergestellt werden kann. Daher wurde der erste von Studenten entworfene und gebaute südafrikanische Satellit nach nur zwei Jahren aufgegeben.

Die Bodenkontrollstation des ersten südafrikanischen Amateurfunksatelliten teilte am 2. Februar mit, dass SunSat-OSCAR 35 nicht mehr in Betrieb ist. Die letzte Kommunikation mit dem Satelliten war am 19.Januar 1999 im Zusammenhang mit Wartungsarbeiten. SO-35 wurde am 23.Februar 1999 gestartet und war bei Funkamateuren mit bescheidener Ausrüstung, besonders wegen seines Phonie-Transponders, beliebt. Durch seine Bahngeometrie befand sich der Satellit über fünf Monate im vollen Sonnenlicht, was zu starker Erwärmung und Ladung der Nickel-Cadmium-Batterien führte. Als Ursache für den Ausfall werden jedoch entweder mehrere Probleme in der Bordelektronik oder eine mechanische Beschädigung, etwa durch eine explodierte Batteriezelle oder eine Kollision mit einem externen Objekt vermutet. Die Wahrscheinlichkeit für eine Reaktivierung von SO-35 schätzen die Betreiber als gering ein.

Mitschnitt vom SO-35 Phonie-Transponder auf 145,825MHz
Mitschnitt vom SO-35 Parrot (Papagei) auf 145,825MHz

SO-35 (Sunsat)

25636

145,825 MHz

Phonie-Transponder ±3kHz / FM
   

436,248 MHz

Phonie-Transponder
FSK 9600bps
±10kHz / FM
   

436,300 MHz

FSK 9600bps ±10kHz / FM

RS-17 (Sputnik 40)

RS-17 (Sputnik40)RS-17 (Sputnik 40) war ein Sputnik-Nachbau der zu Ähren von Sputnik1 von einer russische Schule, und ein französisches Gymnasium ein Modell im Maßstab 1:3 (etwa 20cm Durchmesser) vom Sputnik1 gebaut wurde. Zur MIR gebracht wurde er mit Progress M-36, wo er während einer EVA der Raumstation MIR von Hand der Kosmonauten am 3.November 1997 ausgesetzt wurde. Die Sendeleistung betrug etwa 250mW, der wie das Original Sputnik1 die Innentemperatur als Funktion eines NF-Signals übertrug. Der Telemetriesender hat solange Signale ausgesendet bis die Batterie am 29.Dezember 1997 verbraucht war. Verglüht ist er dann am 21.Mai 1998.
Auswerten konnte man die Telemetrie mittels eines FFT-Programmes, was das NF-Spektrum grafisch darstellen kann. Nun konnte man die abgelesene Tonhöhe des Impulses mit Hilfe der Tabelle in die Innentemperatur des Sputniks umrechnen.

RS-17 und RS-18 Umrechnungstabelle
RS-17 und RS-18
Umrechnungstabelle

Spectrumdarstellung des Signals von RS-17
FFT-Analyse des Signals von RS-17

Sputnik40 in MIR
Sputnik 40 in MIR

Sputnik40 im All
Sputnik 40 im ALL

RS-17 Start 16 Sekunden Video vom Start des RS-17 (Sputnik 40)
Während einer sechs stündigen EVA am 3.November 1997 wo man ein defektes Sonnenpannel vom Kwant1-Modul entfernt hatte, wurde um 5:05MEZ von Hand des Kosmonauten Anatoly Solovyev (MIR Crew-24) der RS-17 (Sputnik 40) ausgesetzt.

59.EVA der MIR mit der MIR Crew-24 und dem Start von RS-17 4274.Flugtag 66875.Erdumrundung (03.11.1997 10:34-10:44MEZ max.Elv.79°) von 10:35-10:42MEZ auf 143,618MHz EVA-Frequenz mit dem Sprechfunk der Kosmonauten im Orlan Raumanzug. Auf 145,820MHz parallel die RS-17 Beacon.
Mitschnitt vom RS-17 (Sputnik 40) auf 145,820MHz

RS-17 (Sputnik 40)

24958

145,820 MHz

Telemetrie Beacon ±3kHz / FM

RS-18 (Sputnik 41)

RS-18 (Sputnik41)RS-18 (Sputnik 41) ist der zweite Sputnik-Nachbau gewesen, der ein Jahr später nach RS-17 wieder per Hand der Kosmonauten während der 70.EVA der Raumstation MIR am 10.November 1998 ausgesetzt wurde. Zur MIR gebracht wurde er vorher mit Progress M-40. Die Innentemperatur war wie bei seinen Vorgänger RS-17 auch wieder mittels NF-Signals übertragen wurden. Zusätzlich hatte er noch 6 digitalisierte Sprachbotschaften ausgesendet. Die Sendeleistung betrug etwa 150mW. Das letzte Signal konnte man am 11.Dezember 1998 aufnehmen, und verglüht ist er am 1.November 1999.

Mitschnitt vom RS-18 (Sputnik 41) auf 145,812MHz

RS-18 (Sputnik 41)

25533

145,812 MHz

Telemetrie Beacon ±3kHz / FM

RS-21 (Kolibri-2000)

RS-21 (Kolibri-2000)Kolibri-2000 der auch als RS-21 bezeichnet wurde, war ein russisch-australisches Schulprojekt. Die Schulen in Australien und Russland hatten die Telemetriedaten von Hochenergiepartikel der Sonne und der oberen Erdatmosphäre empfangen und analysiert. Dies hatte geholfen zu verstehen was passiert, wenn Solarwinde auf die Strahlungsgürtel der Erde treffen. Der RS-21 war ein Zylinder von 1,22m auf 51cm und trug 4,5kg wissenschaftliche Ausrüstung an Bord. Darunter war ein Partikel-Meßgerät, ein Meßgerät für elektrische Felder und ein Feld-Kraftfluss-Magnetfeldstärkenmeßgerät. Zusätzliche Ausrüstung waren Kommandoempfänger und Telemetriesender, Computer, Netzteil, passive Wärmeregelung und eine magnetische Gravitations-Ausrichtung. Das Totalgewicht betrug 20kg.
RS-21 war am 26.November 2001 im Kosmodrom in Baikonur, Kasachstan mit dem Versorgungsschiff Progress M1-7 zur ISS gestartet. Nach 114 Flugtagen wurde er am 19.März 2002 um 23:28 Uhr MEZ von dem um 18:43 Uhr MEZ abgekoppelten Progress M1-7 erfolgreich ausgesetzt. Gleich kurz nach dem Aussetzen hatte er mit dem senden auf der 435,337 MHz begonnen. Die Progress M1-7 hatte nach dem Aussetzen etwa 8 Stunden später um 02:27 Uhr MEZ den Steuerimpuls für eine drei Minuten andauernde Zündung des Triebwerkes für einen Bremsschub von ZUP bekommen, um über dem Pazifischen Ozean zu verglühen. Im Überflug über Europa am 19.März 2002 von 02:20-02:30 Uhr MEZ konnte man das BR9ZU Telemetrie-System in der PCM-FM Modulation auf 166 MHz, und die Tracking Beacon für die Bahnverfolgung auf der 922,765 MHz von Progress M1-7 zum letzten Male empfangen.
RS-21 sendete in der ersten Hälfte seiner Lebenszeit auf der 435,337 MHz. In der zweiten Hälfte wurde der Betrieb auf die 145,820 MHz umgestellt, da er sehr schnell an Höhe verlor und die Verfolgung der UHF Frequenz durch den großen Doppler-Effekt von ±10kHz sehr erschwerte. Hauptsächlich bestanden seine Aussendungen aus Morse-Kode, wo er 16 Meßwerten + 1 Satellitenkennungen die den Anfang und das Ende kennzeichnete, ausgesendet hatte. Die Pausen zwischen den Morse-Kode Telemetrie Aussendungen im betrugen 14 Sekunden, wobei eine Meßwertaussendung etwa 5 Sekunden brauchte und so insgesamt etwa 5:25 min für einen kompletten Durchgang benötigt wurden. So hatte man doch schon einiges Glück um einen kompletten Durchgang in einem 9 minütlichen Überflug zu bekommen, der keinen Signalabfall zwischen durch haben durfte. In der Funksicht zu der russischen Bodenstation fing RS-21 an Datenpakete von bis zu 30 Sekunden Länge auszusenden. In der Zeit wurden die Morse-Kode Telemetrie Aussendungen teilweise gestört und verursachten einen Reset, so das er nach jeden erneuten aussenden eines Datenpaketes wieder von vorn mit der ersten Meßwertaussendung begann.
RS-21 war insgesamt 45 Tage lang aktiv bis er am 03.Mai 2002 in der 711.Erdumrundung über dem Pazifischen Ozean verglüht ist. Zum letzten Mal habe ich ihm am 03.Mai 2002 in der 701.Erdumrundung von 09:53-10:00 Uhr MESZ gehört. Es war der Sender auf 145,820 MHz im Morse-Kode und mit der Datenübertragungen aktiv. Er hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Flughöhe von etwa 240km. In der 703.Erdumrundung von 12:57-13:04 Uhr MESZ konnte ich keine Aktivität mehr feststellen. Wahrscheinlich hatte die große Hitzeeinwirkung den Ausfall des Systems bewirkt.

Telemetrie in Morse-Kode Auswertung vom Radio Sputnik-21

RS-21 (Kolibri-2000) auf 435,337MHz Mitschnitt der Morse-Kode-Kennung "RS21"
RS-21 (Kolibri-2000) auf 435,337MHz Mitschnitt eines Datenpaketes in NFM
In Funksicht der Bodenstation wurden Datenpakete von bis zu 30 Sekunden Länge in NFM auf der 435,337 MHz ausgesendet.

RS-21 (Kolibri-2000)

27394

145,820 MHz

Telemetrie in Morse-Kode und Datenpakete ±3kHz / CW/FM
   

435,337 MHz

Telemetrie in Morse-Kode und Datenpakete ±10kHz / CW/FM

RS-20 (Moshaez)

Am 28.November 2002 um 07:07 Uhr MEZ ist vom Kosmodrom Plessezk der russische Satellit Moshaez mit einer Kosmos-3M Trägerrakete gestartet. Moshaez war ein Amateurfunksatellit der einen Partikeldetektor und einen GPS Empfänger trug, welcher für die Forschung der entwickelnden Navigationsausstattung für die Glonass und Navstart Navigationsanlagen benutzt wurde. Der 64kg schwere Moshaez wurde von den Kadetten der "Moshaiski Militär-Weltraum-Akademie" in Sankt Petersburg, Russland gebaut, von wo er auch mit seinen Flug im Orbit kontrolliert wurde. Der Downlink von Moshaez oder auch RS-20 wie er als Amateurfunksatellit genannt wurde, lag im 2-m-Band auf 145,828 MHz oder 145,818 MHz und im 70-cm-Band auf 435,319 MHz mit jeweils 2 Watt Sendeleistung. Wenn er in Funksicht der Mozhaisky Militär-Weltraum-Akademie in Sankt Petersburg kam, wurde eine Datenübertragung gestartet. Sonst in jeder anderen Zeit sendete er Telemertie in Morse-Kode aus. Das Telemetrie Format sollte den Vorgänger RS-21 (Kolibri-2000) sehr ähnlich sein, aber letztendlich stellte es sich heraus, daß RS-20 den Morse-Kode in Klartext sendete. Nach etwa drei Wochen nach dem Start waren dann die Morse-Kode Aussendungen von RS-20 ausgeblieben, aber es wurden weiterhin die Daten-Aussendungen regelmäßig über Russland ausgesendet. Jedoch aber mit einer kleinen Verschiebung der Sendefrequenz auf 435,325 MHz.

RS-20 (Moshaez) Telemetrie in Morse-Kode auf 435,319MHz
RS-20 (Moshaez) auf 435,319MHz Mitschnitt der Morse-Kode-Kennung "RS20"
RS-20 (Moshaez) auf 435,319MHz Mitschnitt eines Datenpaketes in NFM
In Funksicht der Bodenstation in Sankt Petersburg, Russland wurden Datenpakete von bis zu 30 Sekunden Länge in NFM auf der 435,319MHz ausgesendet.

am 11.12.02 von 10:39-10:44MEZ auf 435,319MHz Morse-Kode
.-.-.- U --..-.. O I 1 W .-.-.- W --.-... OHT OF NOVEMBER 28 2002 CQ CQ DE
RS20 AVERAGE ..-.-- H --.-.- I ..--... HO --.--.. F ....-- E --..-.. EOORBITIS 720 KM INCLINATION 98 DEDREESANDPERIW -..--.. ....-- S ..--... .---. O -...-.. I --.-.- --.-... OQ CQ DE
RS20 WEIGHT OF THE SATELLITE IS 69 KR .--.-- ITS OW -.--... A --.-.- I .-..-.. CLOSE TO SPHERICAL ABOUT 800 MM IN DIAMETER

Mit manchen Morse-Kode-Zeichen kam ich mit der Auswertung nicht zu recht. Hierbei wurde Morse-Kode ausgesendet die bis zu sieben Zeichen hatten, ob wohl mir laut dem normalen Morsealphabet solche Morse-Kode-Zeichen nicht bekannt sind.

RS-20 (Moshaez)

27560

145,828 MHz
(145,818 MHz)

Telemetrie in Morse-Kode und Datenpakete ±3kHz / CW/FM
   

435,319 MHz
(435,325 MHz)

Telemetrie in Morse-Kode und Datenpakete ±10kHz / CW/FM

RS-16 (Seja)

RS-16 (Seja)Der RS-16 (Seja) war ein russischer Amateurfunksatellit bei den etwas schiefgegangen ist. Man hat es nicht geschafft ihm einzuschalten, so das er nicht seine Arbeit als Amateurfunksatellit aufnehmen konnte. Es sendete nur Telemetrie in Morse-Kode auf 435,504 MHz. Der RS-16 flogt auf einer sehr niedrigen Umlaufbahn von etwa 460km, und war deshalb schon mit einer Rundstrahlantenne gut zu empfangen. Es kam aber die Schwierigkeit hinzu, weil er auf einer sehr niedrigen Umlaufbahn flog, und im 70-cm-Band gesendet hatte, daß die Frequenz durch den großen Doppler-Shift Effekt sehr schnell weggelaufen war. Am 25.Oktober 1999 hatte er nach 31 Monaten im Erdorbit den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wo er verglüht ist. Die UHF Telemetrie Beacon konnte man bis zuletzt hören.

Telemetrie in Morse-Kode Auswertung vom Radio Sputnik-16

Mitschnitt vom RS-16 (Seja) Telemetrie in Morse-Kode auf 435,504MHz Mitschnitt eines Telemetriedurchganges

RS-16 (Seja)

24744

29,408 MHz

Telemetrie in Morse-Kode ±1kHz / CW
   

29,451 MHz

Telemetrie in Morse-Kode ±1kHz / CW
   

29,415-29,448 MHz

Lineartransponder ±1kHz / SSB
   

435,504 MHz

Telemetrie in Morse-Kode ±10kHz / CW
   

435,548 MHz

Telemetrie in Morse-Kode ±10kHz / CW

Microsat (Musat-1)

Microsat (Musat-1)Der Microsat auch Musat-1 genannt, war ein argentinischer Satellit der eine Grußbotschaft in Morse-Kode sendete. Die Beacon sendete für 7 Sekunden die Grußbotschaft "Hi Hi De Musat", und machte dann für 90 Sekunden eine Pause. Er hatte außerdem zwei CCD Kameras an Bord, wo er Bilder in sehr hoher Auflösung machen konnte. Am 12. November 1999 hatte er den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wo er verglüht ist.

Mitschnitt vom Microsat (Musat-1) auf 137,950MHz

FFT-Analyse der CW Beacon Teil 1
Der erste Teil des Morse-Kodes auf 137,950 MHz.
FFT-Analyse der CW Beacon Teil 2
Der zweite mir unverständliche Teil der Beacon auf 137,950 MHz, mit einer
vielfach schnelleren Morsegeschwindigkeit.

Microsat (Musat-1)

24291

137,950 MHz

Morse-Kode (Grußbotschaft) ±3kHz / FM
   

400,950 MHz

Daten und Telemetrie ±10kHz / FM

letzte Änderung: 27.06.2005

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