International Space Station
Die Internationale Raumstation wo nun schon die sechs Module Sarja, Unity, Swesda, Destiny und die Luftschleusen Pirs und Quest in den Erdorbit geschafft worden sind, ist nur das russische Wohn- und Service-Modul Swesda mit VHF-Sprechfunk ausgerüstet. Nebenbei hat es aber auch noch 600 MHz BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System), das EVA Daten-System Transit-B, das manuelle Fernsteuerungssytem TORU, das Kommando System Regul und das Lira-System mit einer Ku-Band Antenne an Bord. Sarja hat hingegen die Amateurfunkstation, 600 MHz BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System), einen UHF-Videodownlink mit einer fest installierten Kamera und einer UHF-Kamm-Antenne an der Außenhülle von Sarja. Diese Kamera wurde aber nur in der Anfangszeit einige Male für die An- und Abkopplung des Space Shuttles an Unity genutzt. Das amerikanische Forschungsmodul Destiny hat die Technische Ausrüstung für das SSCS (Space-to-Space Communications System) und das TDRS System.
VHF-Kommunikation:
Die ISS macht sechs Überflüge pro Tag über Deutschland. Von diesen
wiederum kann in den ersten vier Überflügen Kommunikation von der ISS zum russischen
Flugleitzentrum ZUP (Zentr Uprawlenija Poletami, dt. Zentrum für die Leitung von Flügen)
in Koroljow 25km nordöstlich vom Stadtzentrum Moskau erwartet werden. Im Juli 1996 wurde
die Stadt Kaliningrad bei Moskau mit 161.200 Einwohnern in Koroljow nach dem russischen
Konstrukteur von Trägerraketen und Raumflugkörpern Sergej Pawlowitsch Koroljow
umbenannt. Die ISS, Sojus, Progress oder damals auch die anderen russischen Raumstationen
können nur kommunizieren, wenn sie sich in Funksicht einer russischen
Bahnverfolgungsstation befinden. Dabei ist schon bei einer geringen Höhe ab 1° über dem
Horizont, die Aufname des Funkkontaktes möglich. Von Deutschland aus ist die nächst
nähere Bahnverfolgungsstation für die ISS Schtscholkowo (55.91°N, 37.98°O) die 7,5km
östlich vom Flugleitzentrum ZUP in Koroljow liegt und auf der Karte vom FCR (Flight
Control Room) mit ShLK bezeichnet wird. Im Normalfall wird sie nach der ersten Hälfte der
ersten vier Überfluge von Deutschland aus erreicht, so das es ab da die Kommunikation
aktiviert werden kann. Zur Verständigung wird hier hauptsächlich die russische Sprache
von den russischen und aber auch den amerikanischen Besatzungsmitgliedern genutzt. Eine
weitere Bahnverfolgungsstation die auch noch in der Funksicht von Deutschland aus genutzt
werden kann ist Krasnoje Selo (59.40°N, 29.50°O), welche sich 45km südwestlich von
Sankt Petersburg befindet. Diese wird mit STPB oder SPBA auf der Karte vom FCR bezeichnet.
Genutzt wurde sie aber nur in der ersten bemannten Zeit der ISS und ist seit etwa Oktober
2001 von der Karte im FCR verschwunden. Nach meinen Beobachtungen wird aber Krasnoje Selo
weiterhin für die ersten drei Flugtage der Sojus-Flüge
eingesetzt. Wahrscheinlich wird sie wie auch die Bahnverfolgungsstation Jewpatorija
(45.12°N, 33.22°O) an der Westküste der Halbinsel Krim in der Ukraine, nicht mehr für
die "normale" Kommunikation der ISS genutzt. Der letzte und vierte
Deutschlandüberflug was auch zu gleich der letzte Überflug über eine russische
Bahnverfolgungsstation ist, wird nur genutzt wenn die ISS mindestens 10° Elevation über
dem Horizont der Bahnverfolgungsstation Schtscholkowo kommt, um so noch 8 Minuten
Funkkontakt zu erhalten. Über meinen Standort Dresden müssen es in diesen Fall dann im
vierten Deutschlandüberflug mindestens 65° Elevation noch sein. Danach gibt es für die
ISS-Besatzung erst in ca.10 Stunden wieder die Möglichkeit über die russische
Bahnverfolgungsstation Ussurijsk in Asien mit ZUP zu kommunizieren.
Die normale Arbeitszeit in der ISS wo auch mit Kommunikation zu rechnen ist, ist von
8:00-22:30 Uhr ME(S)Z. Da man in der ISS sich nach der Moskauer Zeit richtet, währe es
dann von 10:00-0:30 Uhr MSK bzw. MSD. Da man immer mehr verstärkt das amerikanische TDRS
System nutzt, gibt es immer wenigere oder nur sehr kurze VHF-Funkverbindungen.
Gelegentlich kann man hören wie man eine Menge von Zahlen und Werten zu ZUP sprachlich
übermittelt. In dem Fall ist es der Status der wichtigsten technischen Meßwerte von der
Raumstation.
TDRS-Kommunikation:
Mit dem TDRS System werden über das S-Band und Ku-Band Video, Audio,
Meßdaten, Kommando- und Telemetrie-Verkehr mit einer hohen Datengeschwindigkeit digital
zur Erde, über drei geostationäre TDRS (Tracking and Data Relay Satellite)
Satellitenpositionen übertragen. Das S-Band besitzt eine hohe Datenratenkapazität. Es
ermöglicht eine gleichzeitige 2-Wege-Kommunikation zwischen der Raumstation und dem MCC
(Mission-Control-Centrum) in Houston und wird daher für die Hauptkommunikation von ISS
mit dem Boden benutzt. Im S-Band wird hauptsächlich Sprachkommunikation, Telemetrie,
Bahnverflogung und Kommandokommunikation über das TDRS System mit bis zu 192 kBit pro
Sekunde QCIF übertragen. Zu sendende Videosequenzen kann man per Computer digitalisieren
und auf die Übertragungsgeschwindigkeit angepaßt werden. Mit der Mission STS-92 wurde
wie auch die Ku-Band Antenne die erste bewegliche S-Band Allrichtungs-Horn-Antenne,
zusammen zur ISS gebracht und provisorisch in einer EVA am 15.Oktober 2000 am Z1
Gerüstsegment der ISS befestigt. Während der STS-97 Mission installierte man die S-Band
Allrichtungs-Horn-Antenne in einer EVA am 05.Dezember 2000, an ihren endgültigen Standort
an der Spitze des Mastes der P6 Gerüststruktur. Mit der Mission STS-98 brachte man eine
Reserve S-Band Antenne zur ISS, die man in einer EVA am 14.Februar 2001 am Z1
Gerüstsegment montierte. Diese unbenutzte Reserve S-Band Antenne wurde dann am 26.Oktober
2007 bei einer EVA der STS-120, am Z1 wieder demongtiert und zurück zur Erde
transportiert. Eine weitere S-Band Allrichtungs-Horn-Antenne kam mit der Mission STS-112
und wurde am 10.Oktober 2002 in einer EVA an der S1 Gerüststruktur installiert. Während
der Mission STS-118 wurde am 15.August 2007 in einer EVA, die S-Band
Allrichtungs-Horn-Antenne von der P6 zur P1 Gerüststruktur verlagert und zetgleich gegen
eine neue S-Band Antenne ersetzt.
Die Ku-Band-Antenne für das SGS (Space to Ground antenna System) wurde durch die STS-92
Mission am Z1 Gerüstsegment installiert. Die Antenne besteht aus einer Parabolantenne die
einen Durchmesser von 1,88m hat und das TDRS System selbständig lokalisieren kann. Es
erlaubt eine 2-Wege-Kommunikation mit einer Datenrate von bis zu 75 MBit pro Sekunde QCIF,
womit gleichzeitig 4 Videokanäle übertragen werden können. Sie ist für die ISS die
primäre Hochgeschwinigkeits-Kommunikation zum MCC (Mission-Control-Centrum) in Houston.
Beide Antennen wurden von EMS Technologies
Inc. Space & Technology Group in Montreal entwickelt und gebaut.
Objekt |
Objekt Nr. | Frequenz | Bezeichnung | Sende- |
Doppler-Effekt / Modulation |
Sarja (FGB) |
25544 |
463,000 MHz |
Klest-M UHF-TV-System Der Empfang könnte mit einem FM-Videoempfänger möglich sein. |
15 Watt |
|
632,000 MHz |
BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System) 256kbps PCM-FM ca.±250kHz Bandbreite Die beiden Signalspitzen der PCM-Übertragung liegen auf 631,865 und 632,125 MHz. Downlinkbereich: 620-650 MHz |
± 15 kHz / PCM-FM | |||
634,000 MHz |
BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System) 256kbps PCM-FM ca.±250kHz Bandbreite Die beiden Signalspitzen der PCM-Übertragung liegen auf 633,865 und 634,125 MHz. Downlinkbereich: 620-650 MHz |
± 15 kHz / PCM-FM | |||
Swesda (SM) |
26400 |
130,163 MHz |
TORU (manuelles Fernsteuerungssystem) für die Steuerung einer Progress während der Kopplung. Die Progress sendet TORU auf 121,746MHz. |
3,5 Watt |
± 3 kHz / FM |
130,167 MHz |
VHF-2 Sekundär Phonie zum ZUP und
Sojus (Relaibetrieb bei Umkopplungs-Manövern und für die Orlan-Raumanzüge) (Nur aktiv wenn ein besonderes Vorkommnis ist!) Der Uplink ist auf 121,750MHz. |
3,5 Watt |
± 3 kHz / FM | ||
143,625 MHz |
VHF-1 Primär Phonie zum ZUP (In letzter Zeit immer seltener, da man immer mehr das TDRS System nutzt.) (Zum Space Shuttle nur noch als Backup da man jetzt SSCS nutzt.) Der Uplink ist auf 130,208MHz. Downlinkbereich: 143,6-143,65 MHz |
6 Watt |
± 3 kHz / FM | ||
145,800 MHz |
Amateurfunk ARISS Für QSO's und vereinbarte Schulkontakte. Packet-Radio 1200bps AFSK AX.25 mit BBS, PMS und APRS via Digipeater RS0ISS. Downlinkbereich: 145,8-145,99 MHz |
5/10/50 Watt |
± 3 kHz / FM | ||
145,825 MHz |
Amateurfunk ARISS Packet-Radio 1200bps AFSK AX.25 in Simplex (Wiederherstellung Mai 2007) |
5/10/50 Watt |
± 3 kHz / FM | ||
145,990 MHz |
Amateurfunk ARISS Sekundär Downlink für QSO's in Simplex |
5/10/50 Watt |
± 3 kHz / FM | ||
400,100 MHz |
GTS (Global Transmission Services) Zeitzeichensignal für Fortis-Uhren. |
1 Watt |
± 10 kHz / FM | ||
437,550 MHz |
Amateurfunk ARISS 70-cm Downlink für QSO's in Simplex Downlinkbereich: 435-438 MHz |
5/10/50 Watt |
± 10 kHz / FM | ||
628,000 MHz |
BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System) 256kbps PCM-FM ca.±250kHz Bandbreite Die beiden Signalspitzen der PCM-Übertragung liegen auf 627,865 und 628,125 MHz. Downlinkbereich: 620-650 MHz |
± 15 kHz / PCM-FM | |||
630,000 MHz |
BITS (Bord-Informations-Telemetrie-System) 256kbps PCM-FM ca.±250kHz Bandbreite Die beiden Signalspitzen der PCM-Übertragung liegen auf 629,865 und 630,125 MHz. Downlinkbereich: 620-650 MHz |
± 15 kHz / PCM-FM | |||
922,800 MHz |
Regul Packet-Kommunikations-System bis 16kbps FSK (Für eine 2-Wege Phonie, digitale Kommandos, Programmdaten und Telemetrie) Downlinkbereich: 914,8-930,8 MHz |
4 Watt |
± 22 kHz / FM | ||
1428 MHz |
GTS (Global Transmission Services) Aussendung von Message-Telegrammen) |
0,5 Watt |
|||
PCsat-2 |
145,825 MHz |
1200bps AFSK und 9600bps FSK AX.25 | ± 3 kHz / FM | ||
435,275 MHz |
1200bps AFSK und 9600bps FSK AX.25 | 2 Watt | ± 10 kHz / FM | ||
437,975 MHz |
1200bps AFSK und 9600bps FSK AX.25 | 2 Watt | ± 10 kHz / FM |
Frequenz-Zuteilung des VHF-Phonie-Systems der ISS
Die Installation der Amateurfunk-Antennen an
der ISS
Radio Systems of Soviet/Russian manned Spacecraft ISS
Communications
and Tracking Subsystem
Monitoring
NASA Communications
SSCS (Space-to-Space Communications System) der ISS
Das frühere genutzte EVA-System auf dem Space Shuttle funktionierte im Frequenzband von 225 MHz bis 400 MHz. Jene Frequenzen hat man jetzt für das Verteidigungsystem der USA zugeordnet. Die NASA war damit einverstanden gewesen dieses Frequenzband zu räumen, um das neue zukünftige SSCS-System im Frequenzband von 410 MHz bis 420 MHz nutzen zu können. Das SSCS-System benutzt die neueste Digitaltechnik wo mit es möglich ist, mit bis zu fünf simultanen Benutzern zu kommunizieren, die automatisch ausgewählt werden. Zusätzlich haben das Space Shuttle und die ISS auch die Möglichkeit einem direkten Link zueinander zu haben, welchen man für die An- und Abkopplung braucht. Vor allem wird es aber natürlich für die Kommunikation von Audio und Telemtrie während der EVA's (Außenbordeinsätze) zwischen den amerikanischen EMU-Raumanzügen, bzw. zum Shuttle oder der ISS genutzt. Die erste UHF SSCS-Antenne der ISS hatte man in einer EVA am 22.April 2001 der Mission STS-100 am Modul Destiny montiert. Eine zweite UHF SSCS-Antenne wurde mit der STS-113 im November 2002, zusammen an der bereits vormontiert P1 Gerüststruktur zur ISS geliefert.
Destiny |
26700 |
414,200 MHz Primär |
SSCS (Space-to-Space Communication System) zwischen Shuttle und ISS. ±0,7MHz Bandbreite FSK 64kbps für Audio und Video, 8kbps für Telemetrie 250mW "Low Power" bis 80m Entfernung, 5W "High Power" bis 7km Entfernung zum Space Shuttle |
0,25/5 Watt |
± 10 kHz / FM |
417,100 MHz Sekundär |
Space-to-Space
Communication System (SSCS)
Sojus (dt. Bund, Union) ist ein russisches bemanntes
Raumschiff was Platz für maximal drei Besatzungsmitglieder bietet. Seit 1967 wurden eine
Vielzahl an Sojus-Raumschiffen als Zubringer und Landeapparat neuer Besatzungen in den
Erdorbit zu den Raumstationen Saljut, MIR und ISS gebracht. Es besteht aus den folgenden
drei Sektionen: BO = Orbitalsektion als Lagerraum und für den Aufenthalt der Besatzung an
Bord, SA = Kommando- und Landesektion und eine PO = Gerätesektion. Es gab bis jetzt drei
große Weiterentwicklungen (Sojus T, Sojus TM und Sojus TMA) dieses Raumschifftyps. In
einem Jahr werden zwei bemannte Sojus-Raumschiffe meistens im April und Oktober, mit einer
neuen Stammbesatzung zur derzeitigen Raumstation ISS gestartet.
Auf dem Foto der Sojus TMA-7 kann man einige der interessanten Antennen gut erkennen.
Die abgewinkelte Antenne neben den AKR Kommando-Antennen auf der rechten Seite, ist für
das Block Radio Telemetrie System auf 166 MHz zuständig. Die nicht abgewinkelte Antenne
gegenüber und neben dem Infrarotsensor, ist die Rasswet-M (dt. Morgendämmerung) Antenne,
welche für die VHF-2 Phonie auf 121,750 MHz genutzt wird. Bei einem Progress
Versorgungsschiff was die gleiche Antennenanordnung besitzt, wird diese Antenne für das
manuelle Fernsteuerungssystem TORU verwendet. Ein Stück höher
befindet sich die Antenne welche das Bahnverfolgungssignal auf 922,765 MHz aussendet.
Eigentlich ist ja die Frequenz 121,750 MHz in mitten des zivilen Flugfunkbandes für
Kommunikation aus dem Weltraum untypisch. Die Nutzung der Frequenz kann aber einfach
erklärt werden. Die Rasswet-M Antenne der Sojus ist nur für eine kleine Bandbreite
optimiert. Im Fall einer Notlandung würde die Sojus als ein Flugzeug behandelt werden und
auf der nahe liegenden Internationalen zivilen Notruf-Frequenz 121,500 MHz kommunizieren.
Aus diesem Grund mußte man sich eine Frequenz wählen, die sich in der Nähe der
Notruf-Frequenz befindet.
Sojus TMA |
8,364 MHz |
Morse-Kode Funkfeuer der Sojus während und nach der Landung. | kein / CW |
18,060 MHz |
Phonie der Sojus nach der Landung zu den Such- und Bergungstrupps. Hierfür entfaltet sich eine lange Rundstrahlantenne nach der Landung an der Sojus-Landesektion. Siehe wie bei Sojus TMA-2. |
kein / AM | |
121,500 MHz |
Internationale (zivile) Notruf-Frequenz | ± 3 kHz / AM | |
121,750 MHz |
Phonie zum ZUP und ISS Bodenstation und ISS senden auf 130,167MHz |
± 3 kHz / FM | |
166,010 MHz |
BR9ZU8 Telemetrie-System in 256kbps PCM-FM und einer Bandbreite von ca.±250kHz. Die beiden Signalspitzen der PCM-Übertragung liegen auf 165,880 und 166,140 MHz |
± 3 kHz / PCM-FM | |
463,000 MHz |
Klest-M UHF-TV-System Der Empfang könnte mit einem FM-Videoempfänger möglich sein. |
||
922,763 MHz |
Bahnverfolgungssignal Downlinkbereich 914,8-930,8 MHz |
± 22 kHz / FM |
Flug der MIR Crew-25 mit Sojus TM-27 zur MIR:
1.Flugtag 2.Erdumrundung 1.Deutschlandüberflug
(29.1.1998 20:31-20:38MEZ max.Elv.19°) von 20:36-20:37MEZ auf 121,750MHz
1.Flugtag 4.Erdumrundung 3.Deutschlandüberflug
(29.1.1998 23:37-23:45MEZ max.Elv.77°) von 23:40-23:45MEZ auf 121,750MHz
2.Flugtag 18.Erdumrundung 1.Deutschlandüberflug
(30.1.1998 20:29-20:37MEZ max.Elv.28°) von 20:33-20:36MEZ auf 121,750MHz
2.Flugtag 19.Erdumrundung 2.Deutschlandüberflug
(30.1.1998 22:02-22:11MEZ max.Elv.82°) von 22:05-22:09MEZ auf 121,750MHz
Flug der MIR Crew-26 mit Sojus TM-28 zur MIR:
1.Mitschnitt vom 13.-15.8.1998 auf 121,750MHz
2.Mitschnitt vom 13.-15.8.1998 auf 121,750MHz
3.Mitschnitt vom 13.-15.8.1998 auf 121,750MHz
Mitschnitt vom 15.8.1998 auf 143,622MHz Sprechfunk
nach der Ankopplung an der MIR
Flug der MIR Crew-27 mit Sojus TM-29 zur MIR:
1.Flugtag 2.Erdumrundung 1.Deutschlandüberflug
(20.2.1999 8:16-8:23MEZ max.Elv.17°) von 8:20-8:22MEZ auf 121,750MHz
1.Flugtag 3.Erdumrundung 2.Deutschlandüberflug
(20.2.1999 9:48-9:56MEZ max.Elv.80°) von 9:51-9:54MEZ auf 121,750MHz
2.Flugtag 19.Erdumrundung 2.Deutschlandüberflug
(21.2.1999 9:37-9:45MEZ max.Elv.88°) von 9:40-9:44MEZ auf 121,750MHz
Soyuz
Radio Systems
Bahnberechnung eines
Sojus- oder Progress-Fluges
Sojus-Flüge von Sojus
TM-30 bis Sojus TMA-3
Progress (dt. Fortschritt) ist ein russisches
unbemanntes Versorgungsschiff für den Transport von Lebenserhaltungsvorräten (wie
Sauerstoff, Wasser, Lebensmittel und Kleidung), Ausrüstungsgegenstände und Treibstoffen
von der Erde zu einer Raumstation. Außerdem haben diese die wichtige Aufgabe von Zeit zu
Zeit eine Raumstation mit Hilfe seinem Triebwerk auf eine höhere Umlaufbahn anzuheben, da
diese durch seine vielen Tonnen Masse ständig von der Idealumlaufbahn abgebremst wird.
Das erste dieser Art von Versorgungsschiff wurde 1978 zu der damaligen Raumstation Saljut
6 gestartet. Es besteht aus den folgenden drei untrennbaren Sektionen: GO = Lastsektion
für Stückgut, OKD = Tanksektion für Flüssigkeiten und Gase, und eine PO =
Gerätesektion. Es gab bis jetzt zwei große Weiterentwicklungen ( Progress M und Progress
M1) dieses Versorgungsschifftys. In einem Jahr werden etwa vier
Progress-Versorgungsschiffe zu der derzeitigen Raumstation ISS gestartet.
Progress M1 |
121,746 MHz |
TORU (manuelles Fernsteuerungssystem) Rückkanal zur ISS Die ISS sendet TORU auf 130,163MHz. |
± 3 kHz / FM |
166,010 MHz |
BR9ZU8 Telemetrie-System in 256kbps PCM-FM und einer Bandbreite von ca.±250kHz. Die beiden Signalspitzen der PCM-Übertragung liegen auf 165,880 und 166,140 MHz |
± 3 kHz / PCM-FM | |
463,000 MHz |
Klest-M UHF TV-System Der Empfang könnte mit einem FM-Videoempfänger möglich sein. |
||
922,763 MHz |
Bahnverfolgungssignal Downlinkbereich 914,8-930,8 MHz |
± 22 kHz / FM |
Bahnberechnung eines Sojus- oder
Progress-Fluges
TORU (Teleoperative Verwaltung und Leitung)
TORU (TeleOperatornuij Reschim Uprawlenija, dt. Teleoperative Verwaltung und Leitung)
ist ein manuelles Fernsteuerungssystem, was für die Kopplung eines unbemannten Progress
Versorgungsschiffes an eine Raumstation verwendet wird. TORU wurde schon früher für die
Raumstation MIR entwickelt und eingesetzt. Der Kosmonaut sitzt dabei in der Raumstation
vor einem Monitor, der die gesendete Videoübertragung des Klest-M UHF TV-Systems auf 463
MHz von der Progress zeigt. Er steuert so die Progress mit zwei Joysticks an die
Raumstation manuell herran, als würde er selber in der Progress sitzen. Die Steuerbefehle
werden in Funksignalen umgesetzt und zur Progress auf 130,163 MHz gesendet. Progress
sendet dabei auch selbst eine Art TORU-Rückkanal auf 121,746 MHz aus, wo die
Steuerbefehle die sie bekommt bestätigt werden.
TORU war früher bei der MIR nur aktiv, wenn das automatische Radargestützte
Annäherungs- und Kopplungssystem KURS für die Kopplung ausfiel. Beide Systeme konnten
nicht aktiv sein, da das eine das andere gestört hatte und deswegen es zum Manöverunfall
mit der Progress M-34 und der MIR am 26.Juni 1997 gekommen war. Bei der ISS hat man das
Problem in den Griff bekommen und aktiviert jetzt TORU als Vorsichtsmaßnahme ab etwa
50min vor jeder Kopplung einer Progress, falls das KURS-System ausfallen würde.
Mitschnitt
vom TORU (Teleoperative Verwaltung und Leitung) am 18.11.2000 von 03:52-03:58MEZ
Zweites Versorgungsschiff Progress M1-4 in der Geschichte der ISS koppelt an die
Raumstation ISS an. Die ISS sendet auf 130,163MHz und Progress M1-4 auf 121,746MHz
TORU-Steuersignale aus. Während des Mitschnittes habe ich zwischen den Frequenzen hin-
und hergeschaltet. Dabei ist das verrauschte und schwächere Signal von Progress M1-4
gekommen.
|
Hannover. |


Der Linke Kanal (obere, schwächere) ist die Progress M-56 auf 121,476 MHz und der Rechte Kanal (untere, stärkere) ist die ISS auf 130,163 MHz. Im Klangspektrum auf den beiden Bildern kann man beobachten, daß die TORU Signale der ISS auf 130,163 MHz etwas schneller laufen als von der Progress. Es gibt einen Zyklus der sich ca. aller 5 Sekunden wiederholt und auch hörbar ist.
Telemetrieübertragungen in PCM-FM (Puls-Code-Modulation - Frequenz-Moduliert) wird
seit Mitte der 70'er Jahren als Telemetrieverfahren von der Raumfahrt eingesetzt. Es wurde
fast von allen russischen Raumfahrzeugen wie z.B. Sojus, Saljut, Progress, MIR, Foton, den
russischen Modulen der ISS und von vielen russischen Trägerraketen wie Proton, Sojus und
Zenit genutzt.
PCM ist eine Modulationsart bei der ein analoges Signal binär kodiert wird. Sie hat eine
große Bandbreite damit man eine große Menge von Daten übertragen kann, die sich in den
nicht kontrollierbaren Abschnitten einer Erdumrundung angesammelt haben. Jeweils an den
beiden Enden des PCM-Signals, gibt es eine gut zu empfangende Signalspitze, mit einem
hohen Anstieg des Pegels. Zu hören ist dann ein stark brummendes Signal, was mit einem
Schmalbandigen FM-Empfänger (Scanner) auf den Frequenzen am Beispiel des auf 166 MHz
liegende BR9ZU8 Telemetrie-Systems von Sojus und Progress, auf 165,880 und 166,140 MHz zu
empfangen ist.
Mitschnitt der Telemetrie
in PCM-FM

letzte Änderung: 14.01.2010